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Das Model im Magazin hat niemals existiert

 

 

Wenn wir in Zeitschriften blättern oder durch Innenstädte spazieren, erblicken wir unzählige „perfekte“ Fotografien. Wir nehmen kaum noch bewusst wahr, dass die gezeigten Werbekampagnen eine retuschierte Idealvorstellung darstellen, die sich ein strategisch denkendes Marketingteam in einem mühseligen Prozess ausgedacht hat. 

 

Das soll keine (Ab-)Wertung sein, im Gegenteil: Jede Zeitschrift und jedes Modelabel hat die Berechtigung, die eigene Vision von Schönheit zu verbildlichen. Doch der Betrachter muss sich den Entstehungsprozess dieser Idealbilder bewusst machen. Schauen wir uns doch mal genauer an, wie dieses perfekte Medienbild entsteht.

 

 

Wie wird das Model zur Werbekampagne?

 

Eine junge Frau, die enorm auf ihre Ernährung achtet, viel Sport treibt und sich äußerst bedacht pflegt, wird einige Stunden lang von einem Team aus geschulten Visagisten und Hairstylisten geschminkt und zurechtgemacht. Dann wird das Model von einem weiteren Team aus Fotografen und Assistenten perfekt ausgeleuchtet in Szene gesetzt - kein zufälliger Schatten und keine unvorteilhafte Pose wird zugelassen. Zwischendurch wird in regelmäßigen Abständen gepudert, zurechtgerückt und nachgebessert.

 

 

 

Anja als Naturschönheit

 

 

 

Anja in den Medien

 

 

 

Sobald am Ende des Tages, nach akribischer Kleinstarbeit, das Shooting beendet ist, fängt die eigentliche Arbeit erst an. Die Fotografie wird stunden- oder sogar tagelang nachbearbeitet, weichgezeichnet und verschönert. Bei großen Beauty-Kampagnen wird jeder einzelne Pixel herangezoomt und in der Bildbearbeitung perfektioniert. 

 

 

 

Paula als Naturschönheit

 

 

 

 

Paula in den Medien

 

 

 

Durch diese aufwändige Verwandlung kann es dazu kommen, dass sich das Model im Magazin selbst nicht mehr erkennt. Man merke sich den wahren Satz The girl in the magazine doesn’t even look like the girl in the magazine. Am Ende steht das Resultat eines akribisch durchgeplanten Prozesses - ein gestaltetes Kunstbild, das ist keinster Weise mehr der Realität entspricht.

 

 

Die Schönheit, die es niemals gegeben hat

 

Nur weil die Medien ausschließlich diese monotone Version zeigen, dürfen wir nicht denken, dass so „wahre Schönheit“ aussieht. Wir müssen die Werbekampagne so authentisch betrachten, dass sie ihrer wahren Substanz gerecht wird: Sie wurde wie ein wertvolles Kunstwerk durch aufreibende Arbeit, mit viel Schweiß und Herzblut, künstlich erschaffen.

 

 

 

Ich in Natura

 

 

 

Ich in den Medien

 

 

 

Jede einzelne Frau um uns herum hat unzählige Facetten, in tausenden von Lebens- und Gefühlslagen - und in jeder Sekunde davon ist sie wunderschön. Ob sie auf der Couch liegt, mit ihrem Partner schläft, zur Arbeit hastet oder nachts beschwipst nach Hause stolpert - sie vereint abertausende undefinierbare Schönheitsnuancen in sich. 

 

 

 

Erika als Naturschönheit

 

 

 

Erika in den Medien

 

 

 

Jene beeindruckenden Bilder, die in den Medien erscheinen, sind also kein realistischer Maßstab für Schönheit. Die uns zulächelnden Menschen sehen zwar interessant und anbetungswürdig aus - sie haben aber in Wirklichkeit niemals existiert.

 

Andrea Bruchwitz

 

 

 

 

 

 

Ein großes Dankeschön an meine Freundinnen Paula @drapeslacenspace, Erika @erikaranhagen und Anja @anja_cairo

 

 

 

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