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Grenzenlose Freiheit: Protokoll einer dauerhaften Fernbeziehung

Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung führen etwa 13 Prozent aller Paare in Deutschland eine Fernbeziehung. Die Gründe dafür sind vielfältig, doch meist liegt es an der geforderten Flexibilität, die Unternehmen zunehmend von ihren Bewerbern erwarten. Selbst mit einem exzellenten Abschluss bewirbt man sich als ehrgeiziger Karrierist im ganzen Land und geht dorthin, wo das attraktivste Jobangebot herkommt. Absagen wegen einer Beziehung, die noch nicht einmal durch das Ehegelübde gefestigt wurde? Auf gar keinen Fall!

 

Die Gefahr der Entfremdung

 

Es gibt zwei Arten von Fernbeziehungen: Wochenend- und Monatsbeziehungen, wobei letztere auch unregelmäßige Treffen innerhalb mehrerer Monate bedeuten können. Die Wochenendbeziehung hat zwar feste zeitliche Intervalle, doch sorgt dies für ein enormes Konfliktpotential. Möglicherweise sieht man nur das „Sonntagsgesicht“ des Partners, möchte jegliche Erwartungen in 48 Stunden erfüllen, plant ein kräftezehrendes, durchgetaktetes Wochenendprogramm oder ist von der Arbeitswoche so ausgelaugt, dass jeglicher Frust hochkommt und in die Beziehung getragen wird.

 

Die Monatsbeziehung birgt ein noch größeres Risiko, nämlich die schleichende Entfremdung. Beide Partner leben wochenlang in unterschiedlichen Welten, teilen nicht den gleichen Freundeskreis und leben im wahrsten Sinne des Wortes „nebeneinander“ her. Das Leben findet parallel statt – kann das gut gehen? Jeder kennt Paare im engen oder weiteren Freundeskreis, die permanent voneinander getrennt sind und es doch irgendwie schaffen. Ja, in einigen Fällen funktionieren solche Beziehungen über Jahre hinweg. Was ist das Geheimnis? Ein Protokoll einer mehrjährigen Fernbeziehung im Dauerzustand:

 

"Wir haben seit sieben Jahren eine glückliche Beziehung, obwohl wir uns seit dreieinhalb Jahren auf Distanz lieben. In dieser Zeit habe ich in neun verschiedenen Städten gelebt, zwei Studiengänge abgeschlossen, fünf Praktika absolviert und mittlerweile meinen zweiten festen Job angefangen.

 

Auch er ist seinen Weg gegangen, der weiteste war Mexiko. Gerade mal an zwei Orten haben wir zeitgleich gelebt. Nach dem Studium sagten wir endlich: "Jetzt ist Schluss! Jetzt müssen wir wirklich in die gleiche Stadt ziehen!" Gesagt, nicht getan. Die Jobs waren Schuld. Nun trennen uns 600 Kilometer und wir sehen uns im besten Fall jedes zweite Wochenende. Wie so oft sollte es nur eine Übergangslösung sein, doch es wurde zum Dauerzustand.

 

Selbstfindung in den Zwanzigern

 

Woran liegt das? Die Zwanziger sind Schuld – man wird selbstständig, ist auf der Suche nach sich selbst, knüpft wertvolle Freundschaften, lernt andere Kulturen kennen, legt den Grundstein für seine Karriere und feiert die Nächte durch. Auch wenn ich noch mittendrin stecke, kann ich bereits zurückschauen und sagen: Ich habe nichts verpasst. Am Rockzipfel meines Freundes hängend wäre das alles nicht möglich gewesen. Ich habe meine eigenen Erfahrungen gemacht und doch war er, wenn auch nicht räumlich, immer dabei.

 

Natürlich haben wir trotzdem viel Zeit miteinander verbracht, haben zusammen gewohnt und sind durch die Welt gereist. Aus dieser Nähe, die ich in vollen Zügen genieße, speist sich unsere Kraft für die Distanz. Die Kombination macht unsere Beziehung vollkommen – und wenn es doch einmal schwierig wird, trösten wir uns mit den Worten: "Zusammenwohnen können wir noch für den Rest unseres Lebens!" Und ganz ehrlich, sieben Jahre Alltagsroutine hätten unserer Beziehung bestimmt nicht den absoluten Kick verpasst.

 

Kein Grund zur Eifersucht

 

Ich bin sehr dankbar für die Freiheit, die wir uns lassen, und für das unerschöpfliche Vertrauen. Es gibt einfach keinen Grund, um eifersüchtig zu sein. Mein Freund weiß, was ich an ihm habe. Dieses Selbstvertrauen finde ich ziemlich attraktiv. Nur wer mit sich selbst im Reinen ist und sich selbst liebt, kann eine gesunde Beziehung führen. Eine Beziehung, in der sich beide Partner gegenseitig voranbringen und gemeinsam weiterentwickeln. Und dazu gehört auch, sich genügend Freiheiten zu lassen und dem anderen die Möglichkeit zu geben, wertvolle Chancen wahrzunehmen. Fazit: Unabhängigkeit, Vertrauen und Freiheit sind die wichtigsten Zutaten für das perfekte Beziehungsrezept. Jeder muss auch ganz allein, nur mit sich selbst glücklich sein können. Ich bin stolz, all die Jahre meinen eigenen Weg gegangen zu sein - zu zweit."

 

Andrea Bruchwitz / Tabea B.

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