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Warum wir Selbstreflexion zu oft vermeiden

 

 

 

Es gibt herausfordernde Phasen im Leben, in denen die eigene Weltordnung durcheinander gerät. Meist werden diese Phasen durch ein einschneidendes Erlebnis eingeleitet: eine schmerzhafte Trennung, einen Todesfall, einen abrupten Wechsel der Lebensumstände. Nicht selten reagiert der Mensch auf sonderbare Art und Weise: Er stellt sich seinen Problemen nur oberflächlich und sucht nach Instant-Lösungen für eine schnelle und sichtbare Verbesserung. Er wischt die Oberfläche glänzend sauber, damit der Schmerz verschwindet und das Leben in geregelten Bahnen weiterlaufen kann. 

 

Leider gibt es einen fatalen Nebeneffekt, der sich häufig erst Monate oder Jahre später zeigt. Wir alle haben Freunde und Verwandte, die in Depressionen geschlittert sind, unter Panikattacken leiden, plötzlich nichts mehr essen oder zu oft unter der Woche Alkohol konsumieren. Das Schlimme daran: Hat sich die Routine erst einmal etabliert, richtet sich der Betroffene schnell in seiner Illusion ein gemütliches Zuhause ein. Er erschafft seine eigene kleine Welt, um darin ungehindert agieren zu können. Er bewegt sich nur noch auf einer kleinen Lebensbühne und sieht die gigantischen Vorhänge im Hintergrund nicht. Würde er sie aufreißen, käme eine unendlich weite Landschaft zum Vorschein.

 

Ganz tief im Inneren weiß jeder, dass die Vorhänge eigentlich aufgerissen werden müssten. Die großen Wunden klaffen tief im Unterbewusstsein und der Körper bettelt regelrecht darum, sich bewusster und tiefgreifender mit den eigenen Problemen auseinanderzusetzen: Warum fühle ich mich so, wie ich mich fühle? Was hat mich damals so verletzt? Was ruft das Gefühl in mir hervor? Was will ich verstecken und vermeiden? Warum habe ich so Angst davor? Warum reagiere ich darauf so, wie ich reagiere? Warum verhalte ich mich so? 

 

Diese Selbstreflexion hütet vor zwei Extremen: Der schlecht gelaunte, immer kränkelnde Typ hört auf, seinen Frust in die Außenwelt zu tragen und horcht zum ersten Mal ausschließlich in sich selbst hinein, um den Fehler zu suchen. Der positive Über-Optimist hat endlich die Erlaubnis, unangenehme Dinge vor sich selbst auszusprechen und zuzugeben, dass nicht immer alles optimal ist. Das Leben ist weder eine schwere Bürde noch rund um die Uhr perfekt. 

 

Wer sein Leben erkunden, verändern oder erneuern möchte, kann nur an einem Ort danach suchen: in sich selbst. Durch die oben genannten Fragen dringt man immer weiter zu sich selbst vor. Wenn die Fragen so unangenehm werden, dass man an der untersten Schicht kratzt und dabei beinahe den Verstand verliert, ist man auf dem richtigen Weg. Das ist der Zeitpunkt, an dem man die Kordel des hinteren Vorhangs greift und sich auf den Anblick der unendlichen Landschaft gefasst macht. 

 

Es ist nicht schlimm, sich mit dem eigenen Schmerz auseinanderzusetzen und nach dem vergrabenen Gefühl zu suchen, das alles verursacht hat - es ist menschlich. Wer ganz ehrlich zu sich selbst ist und zum innerem Kern vorstößt, trifft auf etwas Unerwartetes: Ruhe. Selbstakzeptanz. Eine stille Einsicht.

 

 

Andrea Bruchwitz

 

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