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Sport als Lebenselixier - ein Interview mit der Triathletin Nadin Eule

 

 

 

 

Es ist schwer zu sagen, was eine wirkliche „Power-Frau“ im Jahr 2016 auszeichnet. Die Gesellschaft gibt so viele gegensätzliche Ideale und Leitbilder vor, dass man sich häufig die Augen reibt und fragt: Was ist heutzutage überhaupt noch eine „starke“ Frau? Eine kompromisslose Karrieristin, eine studierte Mutterfigur oder eine freiheitsliebende Kreative, die ihrer Passion folgt? Das ist Ansichtssache - doch fest steht, dass man jene Superfrauen zu Wort kommen lassen sollte, wenn man ihnen begegnet.

 

Nadin Eule ist ein solches Phänomen: bildschön, willensstark und superfit. Die Triathletin inspiriert auf ihrem Blog Eiswürfel im Schuh nicht nur mit Wettkampfbeschreibungen und Motivationstipps, sondern auch mit gesunden Rezepten. Ihre Philosophie: Man kann alles schaffen, wenn man fest daran glaubt. 

 

 

Wann wusstest du zum ersten Mal, dass Sport mehr für dich bedeutet als gelegentliche Workouts? Gab es einen Moment, in dem es gefunkt hat?

 

 

Ich treibe Sport, seit ich denken kann und wollte schon immer bei einem Triathlon mitmachen. Als ich mich vor sechs Jahren dann endlich traute, liebte ich bereits das vielfältige Vorbereitungstraining. Der erste Triathlon war mit der Sprintdistanz beim BerlinMan ein absoluter Glücksgriff. Ich dachte davor, dass ich den Triathlon einfach mal mache, ohne zu wissen, dass es DAS ist, was zukünftig einen großen Teil in meinem Leben und Herzen einnehmen wird. Ich weiß noch ganz genau, wie unfassbar stolz ich war, als ich ins Ziel gelaufen bin - mein Grinsen hätte nicht breiter sein können. Leider musste ich aus gesundheitlichen Gründen ein Jahr Pause machen, also begann erst vor vier Jahren das richtige Training. 

 

 

 

 

Wie viele Stunden trainierst du pro Woche? Hast du einen festen Trainingsplan?

 

 

Der Umfang schwankt etwa zwischen sieben und zwanzig Stunden. Pauschal kann ich das nicht genau sagen, denn ich habe das gesamte Jahr über einen triathlonspezifischen Trainingsplan, den ich von MyGoal erhalte. Je nach Saison ist dieser entweder lockerer und weniger zeitintensiv oder stringenter und damit deutlich zeitaufwendiger. 

 

Aktuell befinde ich mich in der sogenannten Off-Season und mache alles, was mir gerade Spaß macht. Das kann Laufen, Radfahren und Schwimmen sein oder SUP, CrossFit und HIT Trainings. Ich gönne mir viele lockere Einheiten, wenn ich aber Lust auf etwas Schnelles habe, flitze ich auch schon mal zur Tartanbahn und laufe Intervalle. Ich höre ganz genau darauf, was mein Körper von mir verlangt. Wenn ich eine Woche nur Lust auf Yoga, Pilates und Blackroll habe, dann nehme ich mir die Zeit dafür. Wenn ich drei Tage einfach ausschlafen und am Abend faulenzen möchte, dann ist das ebenfalls vollkommen in Ordnung. Mein Trainingsplan gibt mir auch jetzt ein Grundgerüst vor, das ich lose einhalten oder auch erweitern kann. 

 

 

Wie überwindest du den Moment des "inneren Schweinehundes"?

 

 

Zunächst betreibe ich kurz Ursachenforschung: Warum habe ich jetzt keine Lust? Bin ich müde, kränklich oder gestresst? Wenn es nichts Körperliches ist, sehe ich mir meine Ziele an und konzentriere mich darauf. Wenn ich sonntags lieber im Bett als sechs Stunden draußen auf dem Rad verbringen möchte, hilft mir also mein Trainingsplan auf die Sprünge. Bin ich wirklich körperlich und mental erschöpft, dann nehme ich mir eine Pause. Das hat aber weniger mit Faulheit als mit Vernunft zu tun. Ist es tatsächlich nur Trägheit, vergeht die während des Trainings recht schnell.

 

Das schöne am Triathlon ist ja, dass man so vielfältig trainiert, so dass solche Phasen eigentlich eher selten vorkommen. Dennoch gehe ich dann meist laufen. Das ist für mich die beste Möglichkeit abzuschalten und meine Motivation wiederzufinden. Ich fühle mich immer besser nach einer Runde - egal, wie viel Unlust ich vorher verspürte. 

 

 

Welches Gefühl gibt dir dein Sport, das du sonst nirgendwo anders finden kannst?

 

 

Glück und Zufriedenheit  - das kann man in so vielen Dingen im Leben finden, erkennt es aber häufig nicht. Sport ist eine sehr einfache Variante, denn das Glück liegt da sprichwörtlich auf der Straße herum und ich kann es in unzähligen Momenten finden. Innere Ruhe und Zufriedenheit spielen da eine große Rolle. 

 

 

 

 

Wirken sich Phasen, in denen du emotional oder seelisch geschwächt bist, auf deine Sportmotivation aus? Würdest du in solchen Phasen eher extrem viel Sport machen oder einen Gang zurückschalten?

 

 

Auf jeden Fall. In diesen Momenten würde ich zum Beispiel niemals ein intensives Radtraining oder Laufintervalle absolvieren. Das sind Momente, in denen ich mich nach Ruhe sehne und abschalten möchte. Je nach Situation bevorzuge ich dann tatsächlich einfach nur mal Ruhe und einen regenerativen Tag. Es bringt meiner Meinung nach absolut nichts, etwas zu erzwingen. Kann ich mit der Situation umgehen, liebe ich lange und ruhige Einheiten auf dem Rad oder gehe locker laufen. Das kann die Dinge oft wieder ins rechte Licht rücken. 

 

 

Wodurch signalisiert dir dein Körper, wenn du ihm zu viel abverlangst?

 

 

Nach all den Jahren kenne ich meinen Körper ziemlich gut. Wenn ich mich im Übertraining befinde, was aufgrund meiner guten Pläne und regenerativen Pausen sehr selten passiert, äußert sich das in Schlafschwierigkeiten, Hyperaktivität und/oder einem erhöhten Ruhepuls. Sind es muskuläre Probleme, verlangt mein Körper sehr deutlich nach mehr Ausgleich wie Yoga, Stabilisationstraining oder Blackroll.

 

 

 

 

Was bedeutet für dich ein positives Körpergefühl?

 

 

Ein positives Körpergefühl bedeutet, sich wohlzufühlen und seinen Körper wahrzunehmen. Es hat weniger mit dem Gewicht zu tun, sondern eher damit, in sich hineinzuhören. Das gilt nicht nur für den Sport, sondern vor allem auch für Ernährung und Ruhephasen. 

 

 

Was würdest du anderen Menschen gerne mit auf den Weg geben, dir ihren Körper vernachlässigen oder ihn schlecht behandeln?

 

 

Es ist der einzige Körper, den wir haben. Ist nicht dieser Gedanke schon genug, um gut für ihn zu sorgen? Es wäre doch wirklich zu schade, ihn als bloße Hülle anzusehen und irgendwann festzustellen, dass man in ihm hellwach ist, er aber nicht weiter kann.

 

 

Das Interview führte Andrea Bruchwitz

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