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Das Geheimnis der schenkenden Liebe

 

Wir leben in einer sonderbaren Generation. Schriftsteller wie Michael Nast feiern die Generation Beziehungsunfähig und suggerieren damit, dass scheiternde Beziehungen ein allgemeingültiges, gesellschaftlich verankertes Problem sind. Frauen um die Dreißig stolpern mit einer Mischung aus feministischem Ungehalten und Torschusspanik von Tinder-Date zu Tinder-Date, erstellen Metriken über ihren Traummann (zumindest Altersgruppe, Abschluss, Berufszweig und Haarfarbe sollte man doch wenigstens festlegen dürfen) und wundern sich, warum sie noch alleine sind. Ich höre dann oft den Satz „Ich habe eben meine Ansprüche.“.

 

Ich habe auch meine Ansprüche. Ja, ich habe einen Partner gefunden, der ihnen weitestgehend entspricht. Aber ich würde ihn genauso lieben, wenn er seine Haare verlieren, seinen Berufszweig wechseln oder durch sein hohes Arbeitspensum zwölf Jahre älter aussehen würde – was mir wirklich nicht sehr abwegig erscheint. Ich bin auch schon ans andere Ende der Welt gezogen, um „beziehungsfähig“ zu bleiben – denn ich schwöre darauf, dass jeder seines Liebesglückes Schmied ist.  

 

Die Beziehung leben und atmen lassen

 

Hinter meiner Beziehung steckt ein Konzept, das man „schenkende Liebe“ nennen kann. Schenkende Liebe ist nicht immer vereinbar mit den gesellschaftlichen Ansprüchen an die über-emanzipierte Vollblutsfrau, die sich nichts von niemandem gefallen lässt. Achtung, eine unbequeme Realität: In jeder Art von menschlicher Beziehung muss man sich gelegentlich Dinge „gefallen lassen“, von der besorgten Mutter, dem nervigen Bruder oder der gestressten besten Freundin. Und ebenso lassen diese Menschen sich die eigenen Launen gefallen und tolerieren die eigenen Fehler und seelischen Speere, die man ihnen gelegentlich entgegenwirft. So funktionieren Beziehungen, die lebendig sind und atmen.

 

Schenkende Liebe bedeutet, dass man sich in Beziehungen gelegentlich Dinge gefallen lassen muss, schwierige Phasen aushält, ausharrt und sich zusammenreißt. Und dann überlegt, was man selbst verbessern könnte, auch wenn der Partner vor überschäumendem Konfliktpotential glüht. Eine Beziehung heißt, sich „aufeinander zu beziehen“. Was könnte man dem Partner anbieten, zeigen oder geben, damit sich die Verbindung zueinander beruhigt?

 

Menschen mit Liebe überschütten

 

Das bezieht sich nicht nur auf Liebesbeziehungen, sondern auch auf familiäre oder freundschaftliche Liebe. Schenkende Liebe heißt, seine Mitmenschen mit so viel wärmender Liebe wie möglich zu überschütten. So häufig wie möglich mit einer Umarmung, einem Herzchen bei Whatsapp, einem Blumenstrauß oder einem netten Kompliment ein Zeichen zu setzen. Man muss seinen Partner mit den gleichen, liebenden Augen anschauen wie einen besten Freund oder ein Familienmitglied. Wenn der eigene Bruder einen spitzen Pfeil schießt, muss man auch durchatmen und mit einer soliden Frontseite reagieren. Nicht sofort zurückschießen, ihn erst einmal auf die Koppel lassen und die Dinge nicht zu persönlich nehmen. Das funktioniert auch in Liebesbeziehungen.

 

Kann das darin ausarten, dass man sich zu viel gefallen lässt? Natürlich, aber dagegen gibt es ein einfaches Gegenmittel: Menschen, die einem dauerhaft auf der Nase herumtanzen, für Unruhe und Unbehagen sorgen und permanent ein schlechtes Gefühl hinterlassen, sollte man aus seinem Leben streichen. Ohne viel Aufruhr, Stress oder Diskussion – es gibt Menschen, bei denen die eigene Liebe fruchtbar aufgenommen wird, während andere sie ausnutzen. Letztere können mit sofortiger Wirkung und ohne schlechtes Gewissen aus dem eigenen Leben verbannt werden. Jeder umgibt sich eben gerne mit schönen Dingen. Und schönen Seelen. Das ist kein Egoismus, sondern eine gesunde Selbstliebe. Auf dieser Selektionsbasis kann man grenzenlose, schenkende Liebe praktizieren – ein Leben lang. Wie Nietzsche schon sagte: „Eure schenkende Liebe und eure Erkenntnis diene dem Sinn der Erde!“

 

Andrea Bruchwitz

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